Jun 6, 2011 3
CRO-G #1: Glamya – Bildbearbeitung und Retusche
Hier starten wir nun mit dem CRO-Gemetzel #1.
Unser erstes “Opfer” – Glamya. Glamya versteht sich als Vermittler zwischen User (Fotograf) und Bildbearbeiter. Für diesen Dienst kassiert Glamya dann Provision. Wie der Name schon sagt, wird vor allem der Bereich Glam, Beauty und Schönheit angesprochen. Schade eigentlich, da ich den typischen “Fotobuchkunden” eher bei Urlaubsfotos und Schnappschüssen sehe. Nunja, ist ja auch nur ein Name und könnte auch mehr beinhalten.
Hier die Startseite. Ich habe mir die Webseite auf meinem Laptop angeschaut, daher die kleine Auflösung. Als erste Elemente fallen natürlich sofort das große Bild und der schwarze Kasten auf.
Das Bild. Da es um Fotos geht, ist es gut, dass man auch mit diesen arbeitet. Allerdings wünsche ich mir hier ein bisschen mehr Abwechslung. Meistens sind hier nur eine Art von Fotos zu sehen. Hier sieht man wie man sich selbst seine Zielgruppe verkleinert. Keine Männerfotos, keine Kinderfotos, keine Familienfotos. Da muss mehr rein. Schade finde ich auch folgenden “Effekt”: Erst wird das schlechte Foto gezeigt, dann kommt – ohne Übergang – sofort das Bessere (von Glamya bearbeitete). Dann wird hektisch auf das alte, schlechte Bild zurückgesprungen bevor es zum nächsten Bild slidet. Ich kann nicht selbst bestimmen, wie oft ich mir die Veränderungen des Bildes anschauen möchte. Hier hätte ich gerne einen Slider, den man von Links nach rechts schieben kann und die Veränderungen sieht. Ein gutes, wenn auch inhaltlich schlechtes, Beispiel bringt Spiegel Online. So wünsch’ ich mir das.
Der schwarze Kasten. Ich möchte ihn schon fast den Conversion-Kasten nennen. Hier spielt sich eigentlich das Wichtige ab. Genau hier fängt der User an zum Kunden zu werden. Doch was Glamya da macht, ist nicht wirklich kundenfreundlich. Positiv ist, dass sie mit einzelnen Schritten arbeiten. Es gibt zwei Schritte und der Call to Action ist ein “Weiter”-Button. Was passiert dann? Wo geht mein Bild hin? Was passiert damit?
Punkt Zwei ist extrem viel Text. Unmöglich damit gute Conversion Rates zu erzielen. Ich weiß auch immer noch nicht, wie teuer der ganze Spaß wird. Hier wünsche ich mir eine Umsetzung wie Tolingo. Ich lade mein Bild hoch, wähle aus in welchen Bereich es gehört (Hochzeitsfoto, Schnappschuss, Portrait, usw) und erhalte für die Kategorie einfach einen durchschnittlichen Preis. Dann weiß ich auch, womit ich rechne wenn ich auf “Weiter” klicke. Bis jetzt kann ich noch garnicht einschätzen, was passiert. Der Button hat auch kein Mouseover. Ich würde hier einen Zeigefinger-Pfeil wählen, damit der User sieht: “Hier kann ich klicken”.
Die Überschrift im schwarzen Kasten “Deine Fotoretusche” würde ich komplett weglassen (SEO: Ist ja nicht mal h1-h2). Unbedingt müssen die lila/pinken Wörter raus. Die sehen 100% aus wie Links und verführen nur zum klicken.
Die Überschrift über dem großen Foto: “Mit Fotoretusche jetzt noch besser aussehen! Du bekommst immer mehrere Designer & Ergebnisse. Du bestimmst wie viel du zahlst!” Ich hasse Ausrufezeichen. Hier sind gleich zwei in drei Sätzen. Ansonsten finde ich die Überschrift relativ sinnlos. Zu lang und zu wenig auf den Punkt. Liest sich bestimmt besser in einer Liste. Auch hier – mehr SEO machen!

Sehr smart finde ich die Siegel. Zwei davon selbst gemacht und eins von dem Partner mit kleinen Sternchen übernommen. Clever gemacht. Siegel sind immer gut um den User zu überzeugen, dass hier alles sicher ist und er sich keine Sorgen machen muss.

Die Fusszeile. Schon fast E-Commerce Standard. Logos, Logos, Logos. Doch bitte nehmt den schwarzen Rahmen raus. Setzt die Logos in einem zarten Grau, damit es nicht so durcheinander und bunt aussieht. Der Text in der Fusszeile ist ja schon fast ein bisschen von Zalando geklaut, oder?
“Wenn Fotoretusche, Beauty Retusche oder digitale Fotobearbeitung, dann bei glamya!” vs “Wenn Schuhe und Mode online bestellen, dann bei Zalando.de”
Allerdings macht Zalando eine Sache richtig, SEO. Bitte auch in der Fusszeile abgucken.
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Soviel zum ersten CRO-Gemetzel. Freu’ mich über Feedback.
Update [07. Juni 2011]: Dieser Beitrag sagt natürlich nichts über die Qualität des Produktes oder der Dienstleistung aus. Hier geht es alleine um die ConversionRate und nichts anderes. Wenn das Produkt nicht gut wäre, würde ich es hier nicht vorstellen.
